EnergieVersorgung Ladelund eG

Die Genossenschaft wurde am 22. August 2014 mit dem Aktenzeichen GnR 374 FL beim Amtsgericht Flensburg in das Handelsregister eingetragen.

Vorstand:
Artur Andresen, Robert Hansen, Karl-Matthies Jacobsen

Aufsichtsrat:
Dag Hansen (Vorsitz), Wilfried Dix, Doris Hansen, Erk Paulsen, Fenna Christiansen

Postanschrift:
Dorfstraße 11, 25926 Ladelund

Über uns

Die Genossenschaft wurde am 22. August 2014 mit dem Aktenzeichen GnR 374 FL beim Amtsgericht Flensburg in das Handelsregister eingetragen.

Seit Mitte 2013 hat sich eine Initiativgruppe mit der Errichtung und dem Betrieb eines weiteren Fernwärmenetzes in der Gemeinde Ladelund befasst. Bei Werbeveranstaltungen haben sich viele Bürgerinnen und Bürger in eine Interessentenliste eingetragen. Die Gründung der Genossenschaft wurde betreut vom Genossenschaftsverband in Rendsburg und erfolgte am Dienstag, 14. Januar 2014, vor vollem Saal im Kirchspielkrug. Schon an dem Abend traten 40 Personen per Unterschrift der EVL bei. Die Genossenschaft ist mittlerweile in das Handelsregister beim Amtsgericht Flensburg eingetragen.

Ziel der Genossenschaft ist es, die Abwärme des Blockheizkraftwerkes (BHKW) auf der Liegenschaft von Tobias Hansen, Gewerbeweg 2, zu nutzen. In diesem BHKW wird Biogas aus der Anlage an der Karlumer Straße zu Strom gemacht. Eigentümer ist Thomas Bucka, Betreiberin die Biogas Nordermoor GmbH & Co. KG. Die Walter und Heidemarie Möller GbR ist Kommanditistin.

Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft betonen ausdrücklich, dass mit den Plänen keine Förderung des »Biogaswesens« unterstützt wird, sondern die durch die Stromproduktion im BHKW entstehende Abwärme, mit der bislang die Atmosphäre unnötig weiter aufgeheizt wurde, sinnvoll genutzt werden soll. Dies dient nachweislich dem Klimaschutz.

"Von diesem BHKW aus Richtung Dorf"
Schon Anfang des Jahres 2014 wurde die grobe Vorgehensweise von Robert Hansen, Artur Andresen und Doris Hansen auf einem Liegenschaftsplan der Gemeinde abgesteckt.

 

Vorteile von Fernwärme

Wer sich für einen Fernwärmeanschluss entscheidet, profitiert von erhöhter Wirtschaftlichkeit. Denn Fernwärme spart Zeit und Geld: Kosten für Brennstoffbeschaffung, Kesselwartung, Schornsteinreinigung und mögliche Umweltauflagen entfallen. Darüber hinaus macht sich ein Anschluss positiv beim Immobilienwert bemerkbar. Häuser und Wohnungen sind auf dem Markt gefragter als Objekte mit älteren Heizungsanlagen, weil Käufer das Risiko hoher Instandhaltungskosten für Feuerungsanlagen mit Gas oder Heizöl scheuen. Auch die ausgesprochen hohe Lebensdauer der Fernwärmekomponenten spielt eine wichtige Rolle.
Addiert man Unterhaltungs- und Brennstoffkosten, ist das Heizen per Fernwärme in fast allen Fällen günstiger als mit Öl oder Gas - und obendrein wesentlich umweltfreundlicher.

Vorteil einer Energiegenossenschaft

Der Zusammenschluss von Bürgern mit dem Ziel, das Projekt mit vereinten Kräften zu finanzieren, indem viele Beteiligte einen überschaubaren Anteil leisten, hat zur Folge, dass das Fernwärmenetz, das Heizhaus zur Abfederung von Spitzenlasten sowie die Pufferpeicher mittelfristig der Genossenschaft gehören, was wiederum stabile oder gar sinkende Heizkosten zur Folge haben wird. Selbst ohne die Abwärme aus einer Biogasanlage tritt die Genossenschaft als Einkaufsgemeinschaft eines anderen Energieträgers auf.

Das Konzept

Ein Wärmetauscher am BHKW heizt Wasser auf, das durch das hochisolierte Rohrleitungssytem des Fernwärmenetzes bis zu einer Hausübergabestation gepumpt wird und durch diese zirkuliert. An zentraler Stelle wird ein Heizhaus entstehen, in dem Energie für Spitzenlasten produziert wird. An diesem Heizhaus wird ebenfalls ein 20.000 bis 40.000 Liter fassender Pufferspeicher installiert.

Anstelle der Therme (bei Gasheizungen) oder der Ölfeuerungsanlage wird in Ihrem Haus eine Übergabestation installiert. Dieser kompakte »Kasten« ersetzt Brenner und Kessel, während das hausinterne Zentralheizungssytem in alter Form bestehen bleibt. Das spart Platz, denn die Öltanks werden überflüssig! Teil der Übergabestation ist ein Wärmetauscher, in dem das zwischen 70 und 80 ° heiße Wasser des Fernwärmenetzes seine Energie an den Hauswasserkreislauf (für die Heizung und das Brauchwasser) abgibt.

Kosten

Der Genossenschaftsanteil beträgt 1.000 Euro. Dieser Betrag wird nach einem (möglichen) Austritt aus der Genossenschaft erstattet.

Die Anschlusskosten betragen voraussichtlich 3.000 Euro. Darin sind enthalten der Anschluss durch die Hauswand, der Ausbau der alten Heizung (ohne deren Entsorgung!) und die Installation der Übergabestation inklusive Anbindung an den Hauskreislauf sowie ein 150-Liter-Brauchwasserspeicher.

Spätere Heizkosten werden mit einem Grund- und Arbeitspreis und nach der tatsächlich verbrauchten Energie abgerechnet.

Häufig gestellte Fragen:

  • Was passiert, wenn der Energiebedarf größer ist als das Angebot an Abwärme?
    Die 20.000 oder möglicherweise 40.000 Liter fassenden Pufferspeicher federn zuerst ab. Wenn hier nicht mehr genug Energie vorhanden ist, startet die Heizanlage im Heizhaus der EVL automatisch.
  • Was passiert, wenn die Biogasanlage kein Gas mehr liefert?
    Auch dann ist die Heizungsanlage der EVL ein vollwertiger Ersatz.
  • Was passiert, wenn der Betreiber der Biogasanlage oder die Zimmerei  Konkurs anmelden?
    Das Heizhaus und die Speicheranlage werden auf einem separaten Grundstück errichtet. Das Eigentum der EVL ist somit nicht von einem Konkurs betroffen.
  • Warum ist der Anschluss so günstig?
    Fernwärmenetze werden öffentlich gefördert. Es fließen Zuschüsse und es werden zinsgünstige Darlehen gewährt.
  • Ist ein späterer Anschluss auch möglich?
    Grundsätzlich ja. Der Eingriff ist zu vergleichen mit einer Veränderung einer in Betrieb befindlichen Zentralheizungsanlage. Der spätere Anschluss wird auf jeden Fall um ein Vielfaches teurer werden.
  • Ich betreibe zusätzlich eine Solarthermieanlage mit einem großen Pufferspeicher. Kann die Anlage erhalten bleiben?
    Ja.
  • Mir reicht ein 150-l-Warmwasserspeicher nicht. Kann ich einen größeren Vorratsbehälter installieren lassen?
    Das ist gegen einen entsprechenden Aufpreis möglich.

22. August 2014. Ein denkwürdiger Tag. Die Genossenschaft wurde beim Amtsgericht Flensburg in das Handelsregister eingetragen. Freude herrscht beim Vorstand (Robert Hansen und Artur Andresen) und beim Aufsichtsrat (Doris Hansen, Erk Paulsen, Wilfried Dix. Es fehlen Karl-Matthies Jacobsen (Vorstand) und Dag Hansen (Aufsichtsrat)

Quellennachweis

Wir danken der Firma Gottburg, Leck, für die technischen Informationen.

 

Fotos
Wilfried Dix